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Vogel des Jahres 2006
Der Eisvogel

Pressebeiträge:

Eisvogel-Weibchen  beatsch@bluemail.ch
 
2006
 
           
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Steckbrief Eisvogel (Alcedo atthis) Text ZVS

Körperbau:
Den Eisvogel kann man bei uns mit keiner anderen Vogelart verwechseln. Je nach Lichteinfall wirkt seine Oberseite blau bis türkisfarben. Die Unterseite ist orangebraun. Auch aus größerer Entfernung sind die weissen Halsseitenflecke gut zu sehen. Der leuchtend blaue Hinterrücken fällt hauptsächlich beim Abfliegen auf und wenn man den vorbeifliegenden Eisvogel von oben betrachtet. Der dunkle Schnabel des Eisvogels ist gerade und kräftig. Bei Weibchen ist der Unterschnabel zumindestens teilweise orange bis dunkelrot. Frisch ausgeflogene Junge sind durch einen deutlich kürzeren Schnabel mit einer hellen Spitze kenntlich. Die Oberseite ist mehr grünlich gefärbt als bei Altvögeln.

Nahrung:
Seine Beute, Krebse, Wasserinsekten, Kaulquappen und vor allem kleine Fischchen, holt der Eisvogel ausschliesslich aus dem Wasser. Mit seinem grossen, dolchartigen Schnabel stürzt er sich dabei kopfüber von seinem Ansitz herunter. Wie ein Pfeil durchstösst er mit angelegten Flügeln und gestrecktem Körper die Wasseroberfläche. Meistens taucht er dabei ganz unter. Geschickt wird der Stoss unter Wasser mit den Flügeln abgefangen. Mit der Beute kehrt er mit raschen Flügelschlägen zu seinem Sitzplatz zurück. Auf seinem Sitzplatz schüttelt er seine Beute tot oder schlägt sie gegen einen Ast oder Zweig. Kleinere Fischchen bis etwa 7 cm Länge verschlingen Eisvögel ohne Mühe. Fische bis etwa zehn Zentimeter Länge schaffen sie auch noch, haben dabei aber grosse Mühe. Die Fische werden immer mit dem Kopf voran heruntergeschlungen. Wenn der Eisvogel den Fisch anders herum hält, kann man sicher sein, dass er damit seine Jungen füttern will.
Fortpflanzung:
Eisvögel sind Höhlenbrüter und brauchen neben langsam fliessendem oder stehendem Wasser mit guten Sichtverhältnissen und reichlichem Angebot an Kleinfischen ausreichend Sitzwarten und überhängende oder senkrechte Abbruchkanten an den Gewässern, in denen sie ihre Brutröhren graben. Solche Steilwände finden sich heute nicht mehr überall an den Flüssen und Gewässern. Die Brutröhren haben eine Länge von 50 90 cm und münden in einem backofenförmigen Nestkessel. Sechs bis acht reinweisse Eier legt das Weibchen in den Brutkessel. Nach etwa drei Wochen schlüpfen die Jungen. Sie verunreinigen die Höhle oft stark, denn ihr dünnflüssiger Kot kann nicht so schnell versickern. So reinigen sich die Altvögel, indem sie sich ins Wasser stürzen und ein Bad nehmen. Der eigentliche Brutkessel bleibt aber sauber, da nur das erste Junge, das am weitesten vorne in der Brutröhre sitzt, gefüttert wird, sich nach der Fütterung umdreht und den Kot in die Röhre spritzt. Nach dem Ausfliegen werden die jungen Eisvögel noch eine kurze Zeit von den Eltern betreut.