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Vogel des Jahres 2010
Die Mehlschwalbe

Mehlschwalben © Stefan Wassmer
 
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Mehlschwalbe ist Vogel des Jahres 2010 (Text und Bilder: BirdLife Schweiz)
Die Mehlschwalbe, Vogel des Jahres 2010 des Schweizer Vogelschutzes SVS/BirdLife Schweiz, ist eine Kulturfolgerin, die seit langem mit den Menschen unter einem Dach lebt. Aus feuchten Lehmkügelchen baut der kleine Insektenfresser sein Nest aussen unter dem Dach. Eine intensive Landwirtschaft, die zunehmende Versiegelung von Böden, aber auch Angst vor Verschmutzungen an Gebäuden durch Schwalbennester bedrohen auch in der Schweiz den Mehlschwalben-Bestand.
Männchen und Weibchen sind schwer zu unterscheiden
Männchen und Weibchen der Mehlschwalbe zeigen beide eine weisse Körperunterseite, einen blauschwarzen Kopf und Schwanz und blauschwarze Flügeloberseiten. Ähnlich wie die Rauchschwalbe hat auch diese Art den typischen, wenn auch nur schwach gegabelten Schwalbenschwanz. Die für europäische Schwalben einzigartige mehl- bis reinweisse Unterseite und der weisse Bürzel gaben der Mehlschwalbe ihren Namen.

Ein weitgereister Zugvogel
Ende April kehrt die Mehlschwalbe aus Afrika zurück nach Europa. Oft sucht sie ihren Geburts- oder letztjährigen Brutort auf. Nach der zweiten Brut ab Mitte August bis Oktober verlässt sie ihr Brutgebiet wieder und zieht nach Afrika, wo sie von der Sahelzone bis ans Kap überwintert. Während des Zuges ist sie verschiedenen natürlichen Gefahren ausgesetzt; im Winterquartier bedroht die Zerstörung ihrer Nahrungsgrundlagen durch Pestizideinsatz ihr Überleben.

Ein Leben mit den Menschen
Ursprünglich brüteten Mehlschwalben an senkrechten Felswänden bis über die Baumgrenze hinauf, was heute teilweise noch im Tessin (vor allem in Steinbrüchen) und im Wallis zu beobachten ist. Seit langem werden auch verputzte Stellen an Dach- und Mauervorsprüngen von Häusern als Brutplätze genutzt. Daher kommt auch das Sprichwort «Wo die Schwalbe nistet am Haus, ist das Glück zuhaus.» Mehlschwalben sind Koloniebrüter (2-100 Brutpaare pro Kolonie), die ihre Nester ab Anfang Mai an Gebäuden in Dörfern und Städten errichten. Die grösste Kolonie der Schweiz umfasst rund 500 Brutpaare.

Flugjagd auf Insekten
Die Mehlschwalbe jagt Insekten wie Mücken, Fliegen und Blattläuse, die sie im Flug und in Gruppenjagd erbeutet. Am Boden hält sie sich nur zur Aufnahme von Nistmaterial auf.

Gefährdung der Mehlschwalben
Heute finden sich kaum mehr Grosskolonien, wie sie in der Schweiz noch in den 1950er Jahren vorkamen. Dazu fehlen offene, unversiegelte Flächen und Feuchtstellen im Siedlungsraum, wo der Vogel Baumaterial für seine Nester sammeln kann. Hinzu kommt, dass aus Angst vor Fassadenverschmutzungen Schwalbennester oft nicht geduldet werden. Im Gegensatz zu den landwirtschaftlichen Gebäuden in Dörfern bieten moderne städtische Bauten (zum Beispiel aus Glas) mit ihren glatten Fassadenoberflächen auch keine Nistgelegenheiten mehr für die Mehlschwalben, da die Nester nicht an glatten Wänden haften.

Einfache Schutzmassnahmen
Mit etwa 25 cm breiten Kotbrettern, die circa 60 bis 80 cm unter den Nestern angebracht werden, können Fassaden gut vor Verschmutzungen geschützt werden. Mehlschwalben nehmen auch gerne künstliche Nester an. Am besten hängt man mindestens 3 bis 5 Nester miteinander auf.

Neu werden auch Schwalbenhäuser errichtet. Schwalbenhäuser können auf einer Wiese aufgestellt werden und bieten rund 50 Paaren einen Brutplatz; so kann eine ganze Brutkolonie entstehen. Zudem bilden Pfützen, die feucht gehalten werden, als «Schwalbenpfützen» den Vögeln Gelegenheit, Nistmaterial zu sammeln. Blumenwiesen und Kiesflächen mit Blumen sorgen auch im Siedlungsraum dafür, dass die Mehlschwalben genügend Insekten finden.


Materialien zur Mehlschwalbe

  • Mehlschwalben-Poster
    Farbiges Poster A3, auf der Rückseite mit Porträt der Mehlschwalbe. Fr. 1.-
    Bestellen >>>
  • PowerPoint-Vortrag «Vogel des Jahres 2010: Mehlschwalbe »
    Der SVS hält eine Vortrags-CD für Sie bereit, mit der Sie einen interessanten PowerPoint-Vortrag halten können. Bitte bestellen Sie die CD für Fr. 15. beim SVS, Tel. 044 457 70 20, svs@birdlife.ch
  • Merkblatt «Hilfe für die Mehlschwalbe», gratis
    PDF 44 kb | Per Post >>>

    Praxismerkblatt «Pfützen und Tümpel», gratis
    PDF 180 kb | Per Post >>>
  • «Glücksbringerin im Siedlungsraum» Artikel aus ORNIS 1/10 zur Mehlschwalbe PDF 204kB

© SVS
Aus feuchten Lehmklümpchen baut die Mehlschwalbe ihr Nest.

© Ueli Rehsteiner
Kotbretter fangen einen Grossteil des Kots auf.

© Kurt Mohler
An Schwalbenhäusern können ganze Mehlschwalbenkolonien brüten.