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Winterfrüchte 2008

Winterfrüchte im Häusermeer

14. Dezember 2008

Text und Bild: Markus Ambühl-Rudin

 
 
Sonntag 14. Dezember, «Winterfrüchte im Häusermeer» , ein denkwürdiger Anlass.

Eine kantonale Exkursion ist immer mit grosser Spannung verbunden, denn es ist ja keine Anmeldung erforderlich. Die Ungewissheit bezüglich Wetter, das Interesse am Thema an sich und die Anzahl der Teilnehmenden beschäftigen das Vorbereitungsteam wochenlang. Es müssen sich auch mindestens 4 Personen finden, welche überhaupt bereit sind, sich in der Adventszeit intensiv mit der Thema auseinander zu setzen. Welche abwechslungsreiche Route lässt in zwei Stunden begehen? Anschauungsmaterial muss besorgt, Bilder wollen herausgesucht, gedruckt und laminiert werden, Infomaterial und Anmeldekärtchen für den lokalen Verein müssen bereit sein. Mindestens eine Vorexkursion muss verabredet und durchgeführt werden. Dutzende von Ideen fliegen via E-Mail hin und her, wollen überdacht, besprochen und umgesetzt sein.

Nun, endlich ist der 14. Dezember angebrochen, das Material bereit, alle Leiter gesund und anwesend das Warten auf die Teilnehmenden beginnt! Mit Galgenhumor fragen wir uns: Führen wir die Exkursion mit den 3 Anwesenden überhaupt durch? Jetzt aber! Um 14 Uhr hat sich eine grosse Gesellschaft gebildet, welche den Passanten am Bahnhof den Weg versperrt.

So verschieben wir uns unter den Bahngeleisen durch in den Kreisplatz vor dem Restaurant Han, wo die extra angereiste Ursula Rusterholz kurz aus dem Zürcher Vogelschutz, dem ZVS berichtet.

Nach Vorstellung der Leiter teilen sich die rund 65 Anwesenden in 3 Gruppen auf und begeben sich auf den Weg durch das nicht sehr ergiebige Einfamilienhausquartier zur Feldhofstrasse, wo es bei Urs Arter erstmals richtig spannend wird. Bisher wurde kaum ein Vogel entdeckt und nun fliegt gleich eine ganze Schar Buchfinken auf. Die Sinne der Teilnehmenden sind indessen geschärft, und so folgt eine freudige Entdeckung der anderen: Heimische Sträucher und Obstbäume mit überreifen Früchten, Holzhaufen, Scheiterbeigen, Natursteinmauern, ein Teich, Karden, Efeu an Mauern, vielerlei Verstecke eine wahre Freude für den Naturfreund.
Dass auch die Umgebung von Mehrfamilienhäusern naturnah gestaltet werden kann, zeigt sich bald schon auf der rechten Strassenseite. Auch hier hat Urs Arter die Hand im Spiel: Ast- und Laubhaufen, ein Kompostplatz, Inseln mit heimischen Sträuchern im Rasen sind nur einige erfreuliche Beispiele.

Die Anlage des Wagerenhofes schliesst sich bald an. Auch hier entdecken wir eine grosse Vielfalt an Blickfängen, Futterquellen und Verstecken. Die Überraschung des Tages steht uns aber noch bevor: Vor dem Therapiegebäude werden wir von zwei Männern mit einem sensationellen Buffet aus der hauseigenen Konditorei und Glühwein empfangen. Und das nur, weil der Schreiber bei Herrn Voigt das Besuchsrecht auf dem Gelände erbat! Eine weitere Freude ergab sich aus der Führung durch Herrn Schmutz, der Gartengestaltung mit Herz betreibt und uns mit berechtigtem Stolz die Teichlandschaft zeigt, die er mit seinem Team aus dem von Hartriegel befreiten Graben gestaltete.

Wegen der fortgeschrittenen Zeit verliess uns danach ein grosser Teil der Gruppe Richtung Bahnhof. Der unentwegte Rest liess sich auf dem Rückweg noch von einer der grössten Mauerseglerkolonien des Kantons, die teilweise mit Bewegungsmeldern und Infrarotkameras bestückt ist, begeistern. Wer mehr über die rasenden Flieger und die einfallsreiche Elektronik wissen möchte, merkt sich die Exkursion am 8. Juli 2009 vor.